Flach, gut ausgeschildert und selten überlaufen: Zwischen Neuenkirchen und den Haddorfer Seen liegen mehrere markierte Rundwege, von der halben Stunde durch den Ortskern bis zur Tagestour.
Die Haddorfer Seenroute, 6,5 km
Der ausgeschilderte Rundweg um die Haddorfer Seen ist 6,5 Kilometer lang und als leicht eingestuft. Wer mehr laufen will, nimmt die längere Variante mit 9,7 Kilometern. Start ist der kostenlose Parkplatz an den Haddorfer Seen, los geht es am Seecafé.
Der Weg führt an der Wacholderheide vorbei zum Dreiländereck, wo die Grafschaft Bad Bentheim, der Landkreis Lingen und der Kreis Steinfurt zusammentreffen, markiert durch einen historischen Grenzstein. Die lange Variante nimmt zusätzlich das Fachwerkhaus Eilering-Korthues und ein Milchcafé in Ohne mit. Zum Schluss geht es an einem eingezäunten Waldstück mit einem vorzeitlichen Hügelgräberfeld entlang und über einen Waldpfad zurück.
Ausgesucht und beschildert hat die Strecke der Heimatverein Wettringen.
Rund um den Offlumer See, 3,8 km
Die kleinere Runde, und die mit den meisten Bänken: rund 3,8 Kilometer um den Offlumer See, flach, in beide Richtungen begehbar. Je nachdem wie oft Sie stehenbleiben, brauchen Sie eine bis anderthalb Stunden.
Am Weg stehen Schautafeln zu Pflanzen, Vögeln, Fischen und den Erdzeitaltern, was mit Kindern gut funktioniert. Oberhalb der Strandpromenade stehen drei ehemalige Silotürme aus der Zeit des Sandabbaus, die Trichtertürme, heute Aussichtsplattform.
Der See ist 50 Hektar groß und bis zu 30 Meter tief. Bis 2005 wurde hier Quarzsand abgebaut, seit 2006 ist er Naherholungsgebiet.
Am Max-Clemens-Kanal, 46 km
Der spannendste Weg der Gegend ist zugleich der unscheinbarste. Fürstbischof Clemens August ließ ab 1724 einen Schifffahrtskanal bauen, der Münster mit den Nordseehäfen verbinden sollte. Fertig wurde er nie. 1840 endete der Frachtverkehr, und heute ist der Kanal ein Bodendenkmal, das man meist nur noch als Senke im Gelände erkennt.
Der Max-Clemens-Kanal-Wanderweg ist 46 Kilometer lang und verbindet den Zwinger in Münster mit dem Maxhafen bei Wettringen. Markiert ist er mit einem weißen X oder einem MAX, gepflegt vom Westfälischen Heimatbund. Man muss ihn nicht am Stück laufen: Der Einstieg liegt keine zwei Kilometer von beiden Standorten entfernt, und ein Abschnitt reicht völlig.
Drei ausgeschilderte Touren ab dem Ort
ThiebergTrichterTour, 8 km, etwa 2 Stunden. Start am Rathaus Neuenkirchen an der Hauptstraße 16. Über den Thieberg, mit 77 Metern die einzige echte Steigung weit und breit, durch die Bauerschaft Offlum zum Offlumer See, einmal am bewaldeten Ufer entlang und über die alte Bahntrasse zurück.
Aa-Strönfeld-Tour, 8,8 km, gut 2 Stunden, alternativ 12,2 km. Start am Heimathaus Wettringen an der Werninghoker Straße 5. Durch die Aa-Bauerschaft zum Maxhafen, an der Steinfurter Aa entlang, vorbei an einem alten Spieker.
Villentour Neuenkirchen, rund 2,5 km. Ein Rundgang durch den Ortskern, an sechs alten Fabrikantenvillen, einem Fachwerkspieker und der St.-Anna-Kirche vorbei. Vor jedem Gebäude steht eine Tafel. Start am Alphons-Hecking-Platz.
Wer weiter will: Zwei Fernwanderwege des Westfälischen Heimatbunds führen durch die Gegend, der X24 von Münster nach Bad Bentheim mit 96,5 Kilometern und der X7 von Gronau nach Riesenbeck mit 62 Kilometern.
Durch die Haddorfer Heide
Die Haddorfer Heide liegt mitten im Erholungsgebiet und ist eine der letzten größeren Heideflächen im Kreis Steinfurt. Von ursprünglich vier Hektar sind noch rund 2,8 Hektar erhalten, gepflegt von einer Bürgerinitiative, die sie ein- bis zweimal im Jahr freischneidet.
Im Spätsommer blüht die Besenheide zwischen alten Wacholdersträuchern und färbt die Fläche lila. Einen genauen Zeitraum nennt die Gemeinde nicht, fragen Sie am besten vor Ort. Die Seenroute erschließt die Heide, einen eigenen Rundweg gibt es nicht.
Mit Kinderwagen oder Rollstuhl
Nur die Villentour führt komplett über Ortsstraßen und ist damit die einzige Runde, die verlässlich mit jedem Wagen geht.
Der Rundweg am Offlumer See ist zwar flach, hat aber nur wenige asphaltierte Abschnitte, dazu Schotter und Sand, und der Betreiber weist selbst darauf hin, dass es auf Höhe des Campingplatzes schwierig wird. Mit einem Geländekinderwagen kein Problem, mit einem schmalen Stadtbuggy schon.
Zu Seenroute, Aa-Strönfeld-Tour und ThiebergTrichterTour macht keine Quelle eine Aussage zur Barrierefreiheit, und wir behaupten hier lieber nichts.
Wenn Sie lieber radeln: die Radrouten der Gegend haben eine eigene Seite. Mit Hund gelten ein paar Besonderheiten, die auf der Seite Urlaub mit Hund stehen.
Titelfoto: Julia Schultealbert, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.




